Resumen del episodio
In Brasilien machen Korruptionsskandale Schlagzeilen, der Putschversuch von 2023 bleibt ein Thema - auch im aktuellen Wahlkampf: Im International-Talk erzählt Südamerika-Korrespondentin Teresa Delgado über ihre Reise in ein Land, in dem die staatlichen Institutionen schwächeln.
In Brasilien machen Korruptionsskandale Schlagzeilen, der Putschversuch von 2023 bleibt ein Thema - auch im aktuellen Wahlkampf: Im International-Talk erzählt Südamerika-Korrespondentin Teresa Delgado über ihre Reise in ein Land, in dem die staatlichen Institutionen schwächeln.
Episodios
TALK: Ist Brasiliens Demokratie in Gefahr?
EscuchadoIn Brasilien machen Korruptionsskandale Schlagzeilen, der Putschversuch von 2023 bleibt ein Thema - auch im aktuellen Wahlkampf: Im International-Talk erzählt Südamerika-Korrespondentin Teresa Delgado über ihre Reise in ein Land, in dem die staatlichen Institutionen schwächeln.
Brasilien hat die Wahl: Umverteilung oder Gottvertrauen
EscuchadoAm 25. Oktober entscheidet Brasilien in der Stichwahl zwischen dem linken Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva und dem rechten Herausforderer Flávio Bolsonaro - zwei Kandidaten mit völlig entgegengesetzter Vision für ihr Land. International gibt Einblick in ein tief gespaltenes Land. Im ersten Wahlgang trennten die beiden weniger als drei Prozentpunkte. Der 80-jährige Lula will zum vierten Mal Präsident werden. Er präsentiert sich als Garant für soziale Gerechtigkeit, Demokratie und Freihandel. Flávio Bolsonaro will das Erbe seines Vaters fortsetzen, der wegen eines Putschversuchs zu 27 Jahren Haft verurteilt wurde. Er setzt auf die Evangelikalen, die am schnellsten wachsende Glaubensgemeinschaft des Landes, und auf die Nähe zu Donald Trump. International besucht Wahlkampfveranstaltungen und erklärt, warum Korruptionsskandale die Wählerschaft zermürben, warum Moral oft mehr zählt als das Portemonnaie und weshalb Brasiliens Institutionen geschwächt sind. Und welche Rolle die künstliche Intelligenz spielt,…
Talk: Wie modern ist Marokko?
EscuchadoGeschätzt über 100 Milliarden Euro investiert Marokko für eine moderne Infrastruktur und die Fussball WM im Jahr 2030. Gleichzeitig liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei rund 30%. Wieviel gleichzeitige Ungleichheit verträgt Marokko?
Marokko – Land der zwei Geschwindigkeiten
EscuchadoGeschätzte 100 Milliarden Euro investiert Marokko in eine moderne Infrastruktur. Gleichzeitig überlegt sich eine Mehrheit der jungen Menschen auszuwandern. Kaum ein Land in Afrika hat sich in den vergangenen Jahren so stark verändert wie Marokko mit seinen 38 Millionen Einwohnern. Zum Positiven? Ja, sagen viele. Marokko wird im Hochgeschwindigkeitstempo ein Land mit modernster Infrastruktur. „Höher, grösser, schneller“ scheint das Motto zu lauten: In der Westsahara soll bis 2028 Afrikas grösster Atlantikhafen entstehen. Der schnellste Hochgeschwindigkeitszug des Kontinents verbindet Tanger, Rabat und Casablanca. 2030 soll die Fußball WM auch in Marokko stattfinden, unter anderem im grössten Stadion der Welt mit 115 000 Sitzplätzen. Die Ballungsräume boomen, doch die ländlichen Gebiete bleiben abgehängt. Im vergangenen Jahr protestierte die Gen Z für bessere Bildung, 5000 Menschen wurden verhaftet, viele sitzen noch immer im Gefängnis. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 30 Prozent. Zehntausende versuchten…
TALK: Kreta – Wer stoppt die blutigen Familienfehden?
EscuchadoAbseits der Traumstrände hat Blutrache auf Kreta Tradition. Die Gewalt zwischen Familienclans wird von einer Generation an die nächste weitergegeben. Selbst Kindern bringt man das Schiessen bei, ob sie wollen oder nicht.
Kreta – Blutrache neben der Idylle
EscuchadoKreta ist für viele eine traumhafte Ferieninsel. Sie hat aber auch eine lange Tradition der Waffen und der Blutrache unter Familienclans. Die Reportage. Auf der Insel Kreta gibt es Traumstrände, türkisblaues Meer und Touristen. Aber das ist nur die eine Seite der Wirklichkeit. Auf der anderen Seite gibt es Bergdörfer, in denen sich Familienclans über Generationen befehden, Grabsteine auf Friedhöfen, auf denen nicht «gestorben», sondern «ermordet» steht. Kreta gilt auch als der «Wilde Westen» Griechenlands und hat eine lange Waffentradition. Auf 620 000 Einwohnerinnen und Einwohner sollen eine Million Schusswaffen kommen, viele davon illegal. Für Kinder von verfeindeten Familien ist es fast unmöglich, aus dem Teufelskreis der von Generation zu Generation weitergegebenen Blutrache auszubrechen. Es gibt jedoch engagierte Menschen, welche genau das versuchen. Denn Polizeieinsätze alleine können die Waffengewalt nicht aufhalten. Eine Reportage von der Schattenseite der Ferieninsel.
TALK: Was macht Sportwetten für Afrikas Jugend so verlockend?
EscuchadoFC Basel, YB, Servette: In Accra und Kampala kennt man den Schweizer Fussball erstaunlich gut – weil auf ihn gewettet wird. Afrika-Korrespondent Fabian Urech beleuchtet den Sportwetten-Boom auf dem Kontinent und erzählt, was Wetten in Afrika anders macht als hier.
«Arsenal» statt Anstellung: Sportwetten verführen Afrikas Jugend
EscuchadoEin paar Rappen Einsatz, ein Monatslohn als möglicher Gewinn: Sportwetten boomen in Afrika. Gerade für viele junge Männer mit unsicherem Einkommen ist die Verlockung gross. Gleichzeitig wächst ein Markt, mit dem Regulierung und Aufsicht kaum Schritt halten. FC Zürich, Servette, Young Boys: In der ugandischen Hauptstadt Kampala kennt man sich erstaunlich gut mit Schweizer Fussball aus. Nicht nur aus sportlichem Interesse. Auf europäische Spiele wird längst intensiv gewettet – im Wettbüro, vor allem aber via Smartphone-App. Arsenal, Barcelona, PSG - längst geht es dabei nicht mehr nur darum, wer gewinnt: Getippt wird auf Tore, Karten, Eckbälle oder darauf, was in den nächsten zehn Minuten passiert. Kleine Einsätze, schnelle Entscheidungen, laufend neue Wettmöglichkeiten. «International» ist in Uganda und Ghana unterwegs und trifft junge Männer, für die Sportwetten längst zum Alltag gehören. Sie erzählen von Gewinnen, aber auch davon, wie schnell Wetten selbst zum finanziellen Problem werden kann.
TALK: Istanbul – wie lebt es sich in der grössten Stadt Europas?
EscuchadoIstanbul ist die bevölkerungsreichste Stadt Europas: Zwischen 16 und 20 Millionen Menschen leben in der Metropole. Doch bezahlbarer Wohnraum ist rar, und das Leben ist teuer. Weshalb es für viele in der Türkei trotzdem keine Alternative zu Istanbul gibt, erzählt die Journalistin Susanne Güsten.
Eminönü – das pulsierende Herz Istanbuls
EscuchadoSeit Jahren kämpfen die Menschen in der Türkei mit hoher Inflation und sinkender Kaufkraft, doch grosse Proteste gegen die Wirtschaftskrise bleiben aus. Wie lebt es sich in einem Land, in dem Krisen zum Alltag gehören? Eminönü, das traditionsreiche Handelsviertel von Istanbul: Jeden Morgen erwachen hier tausende Geschäfte, Werkstätten und Marktstände zum Leben. Händler feilschen um Preise, Lastenträger schleppen Waren durch die engen Gassen, Tee wird ausgeschenkt, Schuhe werden geputzt. Menschen aus allen Teilen der Stadt und des Landes kommen hierher, um zu kaufen, zu verkaufen – und irgendwie ihr Auskommen zu finden. Einen Tag lang erzählen Händler, Handwerker und Arbeiter, wie sich ihr Leben verändert und wie sie mit Inflation, schwindender Kaufkraft und unsicheren Zukunftsaussichten umgehen. Dabei zeigt sich: Wirtschaftliche Krisen sind für viele Türkinnen und Türken längst kein Ausnahmezustand mehr. Sie haben gelernt zu improvisieren, sich anzupassen und sich durchzuschlagen. Eine Reise durch das Herz…
TALK: China ernährt Milliarden. Doch zu welchem Preis?
EscuchadoAusland-Korrespondent sein bedeutet auch, das zu essen, was im jeweiligen Land auf den Tisch kommt. Das ist oft ganz anders als bei uns, und wird oft ganz anders produziert: zum Beispiel in China, dem grössten Nahrungsmittel-Produzenten der Welt.
China: Kampf um die Reisschüssel zwischen Tradition und Gen-Tech
EscuchadoKein Land produziert so viele Lebensmittel wie China. Ernährungssicherheit hat für Chinas Führung oberste Priorität. Für eine produktivere Landwirtschaft müssen die traditionellen Kleinbauern weichen. «China muss seine Reisschüssel selbst in den Händen halten und sie vor allem mit Getreide aus eigenem Anbau füllen.» Diese Aufforderung ruft der chinesische Präsident Xi Jinping seinen Parteikadern regelmässig in Erinnerung. Die eigene Lebensmittelversorgung hat oberste Priorität für den Staatschef, der in seinen Jugendjahren selbst Hunger erlebt hat. Heute produziert China mehr Lebensmittel als jedes andere Land der Welt: mit Fabrikhallen-grossen Gewächshäusern, Gentechnologie und modernsten Ernte-Überwachungssystemen. China will auch in der Landwirtschaft weltweit spitze werden. So wie die bekannten chinesischen Elektroautos, Roboter und die Künstliche Intelligenz, soll auch die Agronomie global führend werden. Dafür sollen Junge aufs Land ziehen und die kleinen Bauernhöfe zugunsten grosser, industrieller…
TALK: Kaum Privates, keine Skandale – wie schafft Meloni das?
EscuchadoEs ist ungewohnt für Italiens Politik: Über Giorgia Melonis Privatleben ist nur sehr wenig bekannt und sie selbst ist in keinerlei Skandale verwickelt. Italienkorrespondent Franco Battel erklärt, wie Meloni sich der Aufmerksamkeit der Boulevardmedien zu entziehen vermag.
Vier Jahre Meloni: Italiens Rekordregierung im Realitätscheck
EscuchadoNoch nie hat eine italienische Regierung so lange durchgehalten. Giorgia Meloni schlägt damit den bisherigen Rekordhalter Silvio Berlusconi. Doch was hat sie in ihren bald vier Jahren an der Macht tatsächlich erreicht? Im Wahlkampf hatte Meloni viel versprochen: Sie wollte Italien wieder stolz machen, forderte eine Seeblockade gegen illegale Migration und härtere Strafen für Kriminelle. Vor allem aber wollte sie dem geburtenschwachen Land wieder zu mehr «bambini» verhelfen. Wo steht Italien heute, nach fast vier Meloni-Jahren? Antworten geben Italienerinnen und Italiener an vier verschiedenen Orten und aus ganz unterschiedlichen Perspektiven: Ein Lehrer und Schriftsteller, der an der Peripherie Neapels lebt; ein lesbisches Paar, das gegen alle Widerstände eine Familie gründet; eine Agrarunternehmerin aus dem Umland von Rom und ein Berater des italienischen Bildungsministers. Dabei zeigt sich: Giorgia Melonis Regierung ist zwar stabil wie kaum eine vor ihr. Grosse Reformen aber hat auch sie nicht zustande…
TALK: Wie kommt man an Stimmen im Iran während des Krieges?
EscuchadoProteste, Krieg und Wirtschaftskrise, Iranerinnen und Iraner haben dieses Jahr viel durchgemacht. Für «International» stand Nahostkorrespondent Thomas Gutersohn monatelang in Kontakt mit Menschen im Iran. Im Talk erzählt er, wie seine Quellen trotz Angst und Hürden ihre Sicht der Dinge schildern.
Stimmen aus dem Iran: Vom Aufbruch in die Verzweiflung
EscuchadoAnfang Jahr protestierten Hunderttausende im Iran für Freiheit. US-Präsident Donald Trump versprach Unterstützung, brachte aber Zerstörung – einen Krieg zwischen dem Iran und den USA. Gefangen zwischen dem eigenen Regime und den US-Angriffen verhallen die iranischen Rufe nach Freiheit im Nichts. Im Januar sah es nach einem Umbruch im Iran aus. Hunderttausende gingen gegen das repressive Regime in Teheran auf die Strasse. Dieses reagierte mit äusserster Härte – Tausende, wenn nicht Zehntausende starben. Mit einer Armada wollte US-Präsident Donald Trump dem iranischen Volk zu Hilfe eilen. Doch sein Eingreifen brachte nichts als Zerstörung. Die Revolutionsgarden scheinen mittlerweile fester im Sattel als je zuvor. Das Ringen um die Vorherschafft in der Strasse von Hormus nimmt kein Ende. Gefangen zwischen den Fronten ist das iranische Volk, das nun noch stärker überwacht wird und noch mehr unter der wirtschaftlichen Misere im Land leidet. Der Ruf nach Freiheit ist im Machtkampf um den Persischen Golf ungehört…
TALK: Insel Gotland: Was bedeutet die Rückkehr der Militärs?
EscuchadoNach dem Kalten Krieg zog das neutrale Schweden seine Truppen ab. Mit dem Nato-Beitritt vor zwei Jahren erfolgte eine grosse Wende. Für "International" hat SRF-Nordeuropakorrespondent Bruno Kaufmann Gotland besucht und erzählt über seine Begegnungen und einen Flashback in die 1980-er Jahre.
Gotland: Schwedens Ferieninsel wird zur Nato-Front gegen Russland
EscuchadoDie grösste Insel der Ostsee gehört zu den Tourismushotspots im hohen Norden. Nach dem Beitritt des über zwei Jahrhunderte lang neutralen Schwedens zur Militärallianz Nato wird Gotland nun aber zu einem militärischen Stützpunkt gegen Russland ausgebaut. Die Bevölkerung gerät zwischen die Fronten. Mit der Übernahme des Bauernhofes ihrer Eltern an der gotländischen Ostküste verwirklichten Ulrika Sundberg und ihre fünfköpfige Familie vor drei Jahren einen Traum. Sie zogen von der hektischen Millionenmetropole Stockholm auf die naturschöne Insel Gotland mitten in der Ostsee – zu einem Leben mit viel harter Arbeit, aber auch viel frischer Luft, Frieden und Ruhe. Doch der Beitritt Schwedens zur Nato im Nachzug zum russischen Angriff auf die Ukraine änderte diese Rahmenbedingungen radikal. In den letzten beiden Jahren hat die vielbesuchte Ferieninsel in den militärischen Strategieplänen eine ganz neue Rolle erhalten: als zentral gelegener Stützpunkt für einen auch offensiv zu führenden Konflikt gegen Russland. Am…
TALK: Was ist eigentlich mit Imelda Marcos' Schuhen passiert?
EscuchadoDie nach der Flucht zurückgelassenen Schuhe machten die frühere First Lady der Philippinen weltweit berühmt. Ein Teil von ihnen ist heute in einem Museum. Die einst aus dem Amt gejagte Marcos-Familie ist inzwischen wieder an der Macht und streitet sich mit einer anderen mächtigen Familie.
Philippinen: Showdown der Dynastien
EscuchadoEinst waren sie Verbündete, jetzt bekämpfen sie sich mit allen Mitteln: Die Marcos- und Duterte-Dynastien. In den Philippinen ist Politik Familiensache. International im Sommer: Die Kurzreportage. Es geht um Verrat, Korruption und Morddrohungen. Der Machtkampf zwischen Präsident Marcos Junior und Vizepräsidentin Sara Duterte wird mit harten Bandagen geführt. Präsident Marcos hat den Vater seiner Vizepräsidentin Sara Duterte, Ex-Präsident Rodrigo Duterte, nach Den Haag überstellt. Die Anklage wirft ihm Verbrechen gegen die Menschlichkeit während seines «Kriegs gegen Drogen» vor. Sara Duterte, gegen die ein Amtsenthebungsverfahren läuft, drohte dem Präsidenten wiederum mit dem Tod. Die Familienfehde ist symptomatisch für die Politik der Philippinen, die nicht von Parteien, sondern von mächtigen Dynastien dominiert wird. Während Marcos-Anhänger die Absetzung der Vizepräsidentin fordern, fühlen sich deren Unterstützer verraten.
TALK: Wie frei sind Israels Medien?
EscuchadoDie Reportage beleuchtet die israelische Medienlandschaft mit einem Fokus auf den privaten Fernsehsender Kanal 14. Die Journalistin Anna Drechsel untersucht, warum dieser Sender oft als reines Sprachrohr der Regierung unter Premierminister Netanjahu und als Instrument für Propaganda wahrgenommen wird. Der Beitrag setzt sich zudem mit der Rolle des Armeesenders Galatz, der Militärzensur sowie der zunehmenden Selbstzensur in der Berichterstattung über den Gazakrieg auseinander. Dabei werden auch die Herausforderungen für ausländische Journalisten und die unterschiedlichen Perspektiven der israelischen und palästinensischen Bevölkerung thematisiert.
Zu Besuch bei Israels kontroversem Fernsehsender
EscuchadoDiese Episode von «International» untersucht die wachsende Radikalisierung der israelischen Medienlandschaft am Beispiel des Senders Kanal 14. Der Bericht beleuchtet, wie sich dieser rechtsgerichtete Sender als Plattform für die Anhänger von Benjamin Netanyahu etabliert hat und dabei zunehmend mit Vorwürfen der Hetze und der Verbreitung von Verschwörungstheorien konfrontiert wird. Durch Interviews mit Journalisten, Autoren und Experten wird die Dynamik zwischen politischer Anpassung, dem Niedergang des klassischen Journalismus und dem Aufstieg populistischer Narrative im Kontext der israelischen Gesellschaft analysiert. Der Beitrag verbindet die Beobachtung realer Medienstrukturen mit literarischen Reflexionen über den Verlust journalistischer Integrität. Er beleuchtet zudem die internationale Parallele zu populistischen Bewegungen in anderen Ländern und hinterfragt die Rolle der Medien in einer tief gespaltenen Demokratie.
TALK: Warum ist die indische Gesellschaft so hierarchisch?
EscuchadoDieser Bericht beleuchtet die tief verwurzelte soziale Ungleichheit in Indien und das Fortbestehen des Kastensystems. Im Zentrum steht die prekäre Lage der Dalit, die trotz eines gesetzlichen Verbots seit 2013 weiterhin mit menschenunwürdigen Arbeiten wie dem manuellen Reinigen von Fäkalien beschäftigt sind. Die Südasien-Korrespondentin Maren Peters beschreibt die Mechanismen der Ausbeutung, die durch religiöse Vorstellungen und soziale Hierarchien zementiert werden. Die Reportage zeigt auf, wie Bildung und wirtschaftlicher Aufstieg durch die Kastenstruktur erschwert werden und welche lebensgefährlichen Risiken für die untersten Schichten bestehen. Neben Einzelschicksalen, wie dem eines hochgebildeten Aktivisten, wird das strukturelle Problem der Diskriminierung in ländlichen und urbanen Gebieten Indiens analysiert.
Dalit in Indien: Gefangen im Dreck
EscuchadoDiese Episode von International beleuchtet die lebensgefährliche und illegalisierte Arbeit der Fäkalienreinigung in Mumbai, Indien. Im Zentrum stehen Dalit-Arbeiter, die trotz eines gesetzlichen Verbots Klärgruben und Abflüsse mit bloßen Händen reinigen und dabei regelmäßig tödlich verunglücken. Der Bericht dokumentiert die Verbindung zwischen extremer Armut, dem jahrhundertealten hinduistischen Kastensystem und der mangelnden politischen Umsetzung von Menschenrechtsstandards. Durch persönliche Schicksale wie das der Witwe Vimla Cerrutia und die Perspektiven von Aktivisten wie Beswarda Wilson wird die systemische Diskriminierung sichtbar. Die Recherche zeigt auf, wie die Auslagerung von Reinigungsarbeiten an private Subunternehmer die Verantwortung der Stadtverwaltung verschleiert und die Arbeiter in einem Teufelskreis aus Zwangsarbeit, gesundheitlichen Schäden und sozialer Ausgrenzung gefangen hält.
TALK: Wer hat Angst vor dem Freedom Theatre Dschenin?
EscuchadoIn Dschenin im Westjordanland wachsen Kinder im Kreuzfeuer zwischen Palästinensern und Israeli auf. Das Freedom Theatre lehrt sie, ihre Gefühle mit Worten, statt Waffen auszudrücken. Damit gerät das Theater selbst ins Visier und wurde 2023 sogar zerstört. Trotzdem lässt es sich nicht mundtot machen.
Dschenin, Westjordanland: Ein Theater trotzt der Gewalt
EscuchadoDie Stadt Dschenin im Westjordanland ist ein Brennpunkt des Nahostkonflikts. Im Kreuzfeuer zwischen Palästinensern und Israeli entstand ein Theater, das den Waffen mit Worten entgegnete. Dafür wurde es zerstört. Aber tot ist das Theater noch nicht. International im Sommer – die Kurzreportage. Am 13. Dezember 2023 drangen israelische Soldaten ins Freedom Theatre Dschenin ein. Kurz danach verhafteten sie den Theaterdirektor Mustafa Sheta in einer grossen Militäroperation. «Die Soldaten kamen von allen Seiten, um mich zu verhaften: durch den Garten, sogar vom Dach, überall standen Jeeps: ich kam mir vor wie ein gesuchter Top-Terrorist, wie Osama Bin Laden.» Trotz internationaler Proteste von Kulturschaffenden: der Theaterdirektor verbrachte – ohne Anklage - fünfzehn Monate in israelischen Gefängnissen. Erst, als er am 13. März 2025 freigelassen wurde, erfuhr er: sein Theater gab es nicht mehr. Das Quartier, in dem es entstanden war: nur noch Schutt und Asche. Das palästinensische Freedom Theatre im…
TALK: Sind wirklich so viele Menschen unzufrieden in Deutschland?
EscuchadoEs wird viel gemeckert bei unserem nördlichen Nachbarn. Nicht verwunderlich, es liegt ja auch vieles im Argen. Die Infrastruktur, die Wirtschaft – es läuft vieles nicht rund. Aber ist das Gemecker auch immer gerechtfertigt? Darüber spricht Deutschlandkorrespondentin Simone Fatzer im Talk.
Eine Reise durch Deutschland. Zu jenen, die machen statt motzen.
EscuchadoEs klemmt gerade vielerorts in Deutschland. Der einstige Wirtschaftsmotor Europas stottert, die Infrastruktur bröckelt, die Bahn ist notorisch unzuverlässig und viele Handwerksbetriebe stehen mit dem Rücken zur Wand. Was also geht da noch? Und dank wem? Da sind die Bauarbeiter, die auch in der Sommerhitze die Autobahnen in Schuss halten. Die blöd angegangen werden. Und doch stolz darauf sind, dass sie ihren Job gemacht haben. Da ist der Bäckermeister, der trotz Krise des Handwerks tagtäglich in der Backstube steht, seine Schrippen bäckt und sich darüber wundert, warum in Deutschland so viel gemeckert und geklagt wird. Oder der Zugbegleiter, der nicht nur positiv denkt, sondern auch positiv ist. Und sagt: «Seien sie froh, dass der Zug fährt. Er könnte ja auch komplett ausfallen». Deutschland stottert, stagniert, aber bleibt nicht stehen. Denn: Leute wie sie halten mit ihrer Arbeit das Land am Laufen. Ihr Alltag ist manchmal schwierig, ihre Mitmenschen sind bisweilen respektlos. Doch, so sagt es ein…
TALK: Wird Präsident Trump von Geschworenen ausgebremst?
EscuchadoDonald Trump richtet das Justizministerium als Waffe gegen seine Gegner. Doch er wird teilweise ausgebremst: von Richterinnen und Richtern, aber auch von Geschworenengremien. USA-Korrespondent Andrea Christen dazu, wie normale Bürgerinnen und Bürger im Gerichtssaal ein Schutzschild sein können.
Trumps Vergeltung: Wie der Präsident die Justiz zur Waffe macht
EscuchadoIn seiner zweiten Amtszeit rechnet Donald Trump ab. Er verwandelt das Justizministerium in ein Werkzeug der Vergeltung, während er Anhänger und Verbündete begnadigt. Es ist unklar, ob sich der Rechtsstaat davon erholt. Trump macht keinen Hehl daraus, dass er auf Vergeltung aus ist. «Ich wurde gejagt, von sehr schlechten Menschen, aber jetzt bin ich der Jäger», sagte er im Mai. Trump, der erste US-Präsident der angeklagt und verurteilt wurde, sieht sich selbst als Opfer einer instrumentalisierten Justiz. Nun richtet er das mächtige Justizministerium seinerseits gegen seine Gegner. Er hat die traditionelle Unabhängigkeit der Bundesstaatsanwaltschaft aufgehoben und fordert die Strafverfolgung jener, die er zu seinen Feinden zählt. Verbündete, die verurteilt wurden, begnadigt er – auch jene, die am 6. Januar 2021 das Kapitol in Washington stürmten. «Es ist niederschmetternd, den Niedergang des Rechtsstaates mitansehen zu müssen», sagt Andrew Weissmann, der jahrelang ein führender Bundesstaatsanwalt war. Trump…
TALK: Wie religiös ist Brunei?
EscuchadoBrunei ist bekannt für prunkvolle Paläste, goldene Staatskarossen und die reiche Herrscherfamilie. Seit einigen Jahren gelten in Brunei strenge Scharia-Gesetze. Es drohen drakonische Strafen. Martin Aldrovandi hat Brunei bereist, im Talk erzählt er, wie die Menschen im kleinen Sultanat leben.
Brunei: Die strenge Wohlfühl-Monarchie
EscuchadoIn Brunei lässt es sich gut leben: keine Einkommenssteuern, kostenlose Bildung und medizinische Versorgung. Der grosszügige Wohlfahrtsstaat ist jedoch eine absolute Monarchie mit strengen Scharia-Gesetzen. Sultan Hassanal Bolkiah ist der dienstälteste Monarch der Welt. Er regiert Brunei als absoluter Herrscher, lebt im grössten Palast der Welt und soll die grösste private Autosammlung besitzen. Den Reichtum verdankt das kleine Sultanat Öl- und Gasvorkommen. Auch die Einwohnerinnen und Einwohner profitieren davon: Sie müssen keine Einkommenssteuer bezahlen, Spitalbesuche und Schulen sind kostenlos. Für internationale Schlagzeilen und Empörung sorgte das Sultanat, als es vor einigen Jahren die Scharia verschärfte. Seither droht etwa Homosexuellen theoretisch die Todesstrafe durch Steinigung. In Brunei selbst fühlen sich viele vom Ausland missverstanden. Der pensionierte Saifful bringt es auf den Punkt: «Das Einzige, was den Menschen in Brunei fehlt, ist die Freiheit. Aber mehr Freiheit hat ihren Preis – was…
TALK: Trockenes Sizilien - woher kommt in Zukunft unser Essen?
EscuchadoIm Winter bezieht die Schweiz sehr viele Früchte und viel Gemüse aus dem Mittelmeer-Raum. Doch was geschieht, wenn die Trockenheit im Süden weiter zunimmt? SRF-Wissenschaftsredaktor Christian von Burg hat in Sizilien mit Bauern gesprochen, die nun kreative Lösungen suchen müssen.
Sizilien: Die Kornkammer wird zur Steppe
EscuchadoSizilien war schon für die Römer wichtig für die Ernährung. Bis heute, exportiert die grösste Insel Italiens nicht nur Getreide, sondern auch Zitronen, Orangen und viel Gemüse – auch in die Schweiz. Doch nun droht ein grosser Teil der ertragreichen Böden zur Wüste zu werden. Die höchste bisher in Europa gemessene Temperatur liegt bei 48,8 Grad Celsius. Gemessen wurde sie auf Sizilien. Im Sommer 2024 war die Dürre auf der Mittelmeerinsel so gross, dass die Bauern gezwungen waren, Tiere notzuschlachten und Zitrusbäume auszureissen. Der Klimawandel bedroht Sizilien als wichtige Kornkammer. Das Innere der Insel droht zur Wüste zu werden. 70 Prozent der Fläche sei betroffen, schätzt der italienische Forschungsrat. «Die Sahara dehnt sich aus gegen Norden», sagt Klimawissenschaftler Davide Faranda, «sie ist bereits in die südlichen Gebiete Europas eingezogen». Sizilien muss mit mehr Wetterextremen auskommen. Wie gehen die sizilianischen Bäuerinnen und Bauern mit dieser Situation um? Werden die Zitronen nun durch…
TALK: Wie lebt es sich als Beduine in Israel?
EscuchadoIn Israel leben mehrere Hunderttausend Beduinen, oft in prekären Verhältnissen: Eingepfercht in engen Wohnblocks in der Stadt Rahat etwa, oder staatlich nicht anerkannten Dörfern. Es ist oft ein Leben am Rande der Gesellschaft, wie ARD-Korrespondentin Bettina Meier erfahren hat.
Wie Beduinen in Israel und Palästina ums Überleben kämpfen
EscuchadoNoch etwa 100‘000 Beduinen leben in Dörfern, die der Staat Israel nicht anerkennt, ohne Strom, Wasser und ohne Rechte. Und das, obwohl die Beduinen seit Generationen vor allem in der Negev-Wüste und im Jordantal leben. Doch ihre traditionelle Lebensweise und ihre Dörfer sind in Gefahr. Erst kürzlich drohte Israels Finanzminister Bezalel Smotrich damit, die Beduinengemeinde Khan al-Ahmar im besetzten Westjordanland räumen zu lassen. Nicht nur die Beduinen aus Khan al-Ahmar leben seit Jahren mit der Angst, vertrieben zu werden. Für die Familie Zayed ist das bereits Realität geworden. Jüdische Siedler überfielen ihr Heimatdorf im Jordantal, drangen in Häuser ein, bedrohten die Bewohner. Die Familie musste fliehen. Doch auch dort, wohin Israel die Beduinen zwangsumsiedeln will, gibt es keine Zukunft. Seit den 70er Jahren versucht der Staat, die Beduinen nach Rahat umzusiedeln. Die Stadt in der Negev-Wüste platzt aus allen Nähten. Der Staat hat die Bewohner vergessen. Besonders für die vielen jungen Beduinen, die…
TALK: Welche Zukunft hat die Gen Z in Madagaskar?
EscuchadoJugendproteste haben im Herbst zu einem Regimewechsel in Madagaskar geführt. Das Durchschnittsalter in Madagaskar beträgt nur gerade 20 Jahre. Leonie March hat die junge Generation getroffen und mit ihr über ihre Zukunftsvisionen für das Land gesprochen.
Madagaskar: Wenn Korruption den Wasserhahn trockenlegt
EscuchadoIm Herbst 2025 hatten Proteste der jungen Bevölkerungsmehrheit, der GenZ, in Madagaskar zu einem Regimewechsel geführt. Auslöser war die Wasserkrise in dem südostafrikanischen Inselstaat. Eine militärgeführte Übergangsregierung verspricht nun Lösungen. Aber die Skepsis bleibt. Madagaskar hat schon viele Krisen und Regimewechsel erlebt. Es sei wie ein Land des ständigen Neuanfangs, der immer wieder scheitert, beschreibt Historiker Harilala Ranjatohery die Situation in seiner Heimat. Die GenZ-Proteste im letzten Herbst haben bei ihm jedoch leise Hoffnungen geweckt. Sie hatten sich zuerst am Thema Wasser entzündet - denn selbst in den Wohnungen der Hauptstadt Antananarivo kommt kaum ein Tropfen mehr, weil die öffentlichen Gelder für die Infrastruktur in korrupten Kanälen versickert sind. In den Provinzen führen Misswirtschaft und Klimawandel zu Dauerdürren, Hunger und chronischer Mangelernährung. Die neue militärgeführte Übergangsregierung hat grundlegende Reformen, ein Referendum und demokratische Wahlen 2027…
TALK: Fussball-WM Nordamerika – Kanada nur Juniorpartner der USA?
EscuchadoDie USA, Kanada und Mexiko sind die Gastländer der Fussball-WM. US-Präsident Trumps Bemerkung, Kanada sollte der 51. Bundesstaat der USA werden, sorgt im WM-Austragungsort Toronto für Unmut, wie Barbara Colpi festgestellt hat.
USA – Fussball-WM im Zeichen von Trumps Einwanderungspolitik
EscuchadoDie USA, Kanada und Mexiko organisieren zusammen die Fussball-WM. Politisch bestimmt aber hauptsächlich einer die Spielregeln: US-Präsident Trump. Die Reportage aus den USA und Kanada. Eine Fussball-Nation sind die USA eigentlich nicht. Die Mainstream-Sportarten sind American Football, Baseball, Basketball und Eishockey. Fussball ist in erster Linie der Sport der Migrantenfamilien aus aller Welt. Diese haben den Fussball in die USA gebracht und sie fiebern der WM im Sommer am meisten entgegen. Zum Beispiel die Jugendlichen des Global FC in Kansas City, Missouri, in der «Fussballhauptstadt der USA». Unter die Vorfreude mischt sich auch Angst: das US-Militär und die gefürchtete Einwanderungsbehörde des US-Präsidenten Trump werden in den WM-Austragungsstätten Präsenz markieren und, so fürchten Nicht-Weisse, Eingewanderte, ob legal oder illegal im Land, festnehmen und sogar ausschaffen. Zwar will Trump die USA als Fussball-Gastland präsentieren, aber willkommen sind nicht alle: Fussballfans aus Haiti oder dem…
TALK: Sprache und Fake News: Ein unlösbares Problem in Lettland?
EscuchadoSprache ist in Lettland definitiv keine Nebensache. Es herrscht erbitterter Streit um Sprache – russisch oder lettisch – und Fake News. Gleichzeitig misstraut fast die Hälfte der Bevölkerung jedem Medium. Peter Voegeli hat versucht, fast unlösbar grosse Probleme in einem kleinen Land zu entwirren.
Krieg der Sprachen: Information und Desinformation in Lettland
EscuchadoAuf 107,7 FM in Riga ist nur noch Rauschen zu hören. Das russischsprachige Programm des öffentlich-rechtlichen Radios von Lettland wurde abgeschaltet. Obwohl ein Drittel der Bevölkerung in den eigenen vier Wänden russisch spricht. Russische Propaganda versucht die Lücke zu füllen. Die russische Sprache wird in Lettland zunehmend verdrängt. Seit anfangs Jahr gibt es keinen russischsprachigen Unterricht mehr in Lettlands Schulen. Und auf russischsprachige Bücher und Zeitschriften wird neu eine viermal höhere Mehrwertsteuer erhoben. Wer einen russischen Pass besitzt, muss seit Moskaus Angriff auf die Ukraine 2022 Grundkenntnisse in Lettisch nachweisen, eine Sicherheitsüberprüfung bestehen oder das Land verlassen. Lettland war in seiner Geschichte insgesamt nicht einmal 60 Jahre unabhängig, aber Lettisch existiert als eigene Sprache seit über tausend Jahren. Weltweit sprechen vielleicht 1,5 Millionen lettisch, in den Nachbarländern Russland und Belarus sind es 150 Millionen Russischsprachige. Anders als in der…
TALK: Was ist, wenn in Frankreich ein «Bar-Tabac» dicht macht?
EscuchadoIn Frankreich sind schon tausende «Bar-Tabacs» verschwunden. Verlieren die Dörfer ihre Seele, wenn diese sozialen Treffpunkte schliessen? Frankreichkorrespondentin Zoe Geissler erzählt von ihren Eindrücken in Lothringen und warum sich viele dort von der Hauptstadt im Stich gelassen fühlen.
Vergewisserung am Tresen – Frankreich sucht Halt im «Bar-Tabac»
EscuchadoDas «Bar-Tabac» ist eine französische Institution - Bar und Tabakladen in einem. Wenn diese Treffpunkte überleben sollen, müssen sie sich weiterentwickeln, sagen die Behörden und investieren in Transformation. Doch liegt die eigentliche Bedeutung nicht gerade darin, dass sie so bleiben «wie früher»? In manchen «Bar-Tabacs» hängt noch der abgestandene Rauch der Vergangenheit, als die Gäste zum wässrigen Café am Tresen selbstverständlich Zigaretten rauchten – und sie einfach auf den Boden warfen, bevor sie die nächsten anzündeten. «Bar-Tabacs» sind legendär, sie dienten als Filmkulisse, wurden besungen in Chansons - nicht wirklich gemütlich, aber entscheidend als sozialer Treffpunkt, der keine Reservierung verlangt und keine Kleiderordnung kennt. Doch die Französinnen und Franzosen rauchen weniger, das Sozialleben in den Dörfern verändert sich, tausende «Bar-Tabacs» sind verschwunden. Sind diese Lokale noch zu retten? Yann Collet, der Patron im «Café du Centre» in Lothringen versucht es mit Diversifizierung.…
TALK: Waren Solaranlagen schuld am Blackout?
EscuchadoSolarenergie ist in Spanien auf dem Vormarsch. Doch mit den Anlagen wächst auch die Skepsis, das hat Auslandredaktor Beat Vogt auf seiner Reise durch die Extremadura erfahren. Zu gross, zu hässlich seien sie, heisst es. Manche geben dem Solarstrom gar die Schuld am grossen Stromausfall von 2025.
«Sollen wir Solarpanels essen?» Umkämpfte Energiewende in Spanien
EscuchadoViel Sonne und viel Land: Dank idealer Voraussetzungen für Solaranlagen könnte die westspanische Region Extremadura die Vorzeigeregion für die Energiewende sein. Doch die riesigen Anlagen wecken Widerstand. Und ausgerechnet im Solarparadies kämpfen Dörfer wieder für Atomkraft. In der Extremadura lohnt es sich mehr als anderswo, Solarenergie zu nutzen: die Sonne scheint an gegen 300 Tagen im Jahr. Tatsächlich steht in der Region bereits der grösste Solarpark Spaniens, der bald Strom für rund eine halbe Million Haushalte produzieren wird. Doch viele Einheimische stören sich an den gigantischen Anlagen, sie verschandelten die Natur und nähmen der Landwirtschaft den Raum weg. «Sollen wir künftig Solarpanels essen?», fragt eine Frau aus Almaraz. Sie möchte stattdessen, dass das über 40 Jahre alte Kernkraftwerk in ihrem Dorf noch weiter betrieben werden darf – obschon dessen Schliessung beschlossen ist. Viele Spanierinnen und Spanier würden ihr zustimmen. Die Kernkraft hat wieder stark an Popularität gewonnen. Der…
TALK: Warum will in Nepal niemand über Tibet sprechen?
EscuchadoRund zehn Prozent aller Tibeterinnen und Tibeter im Exil leben in Nepal. Doch ihr Leben dort ist schwierig, China betrachtet sie als Terroristen. Im Talk erzählt Südasienkorrespondentin Maren Peters wie die tibetische Gemeinschaft überwacht wird und warum kaum jemand darüber reden will.
Exil-Tibeter in Nepal und die harte Hand Chinas
EscuchadoVor knapp 70 Jahren wurde das unabhängige Tibet von China besetzt. Zehntausende Tibeterinnen und Tibeter flohen ins Ausland. Die zweitgrösste Exil-Gemeinde lebt heute in Nepal. Sie hat wenig Rechte und wird streng überwacht. Dahinter steckt China, das die Flüchtlinge als Terroristen betrachtet. Dolma ist frustriert. Die 48-jährige Tibeterin fühlt sich auf Schritt und Tritt überwacht. «Sogar wenn wir nur kleine kulturelle oder religiöse tibetische Feste feiern, sind immer zwei oder drei Polizisten dabei.» Denn die Flüchtlinge sind in Nepal nur geduldet. Dolma, die in Wirklichkeit anders heisst, lebt mit ihrem Mann in einem Flüchtlingslager in der nepalesischen Touristenstadt Pokhara. Vor dem Eingang hängen Überwachungskameras. In dem Lager lebten einmal 900 Menschen, heute sind es nicht einmal mehr halb so viele. Denn viele junge Tibeterinnen und Tibeter, auch Dolmas Töchter, sehen keine Zukunft in Nepal und sind ins Ausland gezogen. Ihr Gastland Nepal weigert sich schon seit den 1990er Jahren, die…
Talk: Wie lebt es sich in einem Staat, den es nicht gibt?
EscuchadoTransnistrien gilt den einen als russisches Einfallstor, andere sehen es als sowjetisches Freilichtmuseum. Im Talk erzählt SRF-Auslandredaktor Janis Fahrländer von seinen Eindrücken aus dem Staat, den es nicht gibt, und wieso der Alltag dort schwieriger wird.
Moldau zwischen russischer Bedrohung und europäischem Aufbruch
EscuchadoDie Republik Moldau ist täglich russischen Aggressionen ausgesetzt: Verletzungen des Luftraums, Schäden an der Infrastruktur oder Desinformationskampagnen. Doch Moldau wehrt sich und will endgültig weg von der russischen Einflusszone – hin zur EU. Moldaus Regierung fährt einen kompromisslosen Westkurs. Innert kürzester Zeit hat sie die wirtschaftlichen Verbindungen zu Russland gekappt und die Abhängigkeit vom russischen Gas beendet. Stattdessen soll das Land bis 2030 EU-Mitglied werden. Eine Mehrheit im Land unterstützt diese Politik. Sie fühlt sich aktiv von Russland bedroht. Denn der Ukraine-Krieg ist in Moldau allgegenwärtig: Sei es durch abgestürzte Drohnen im Grenzgebiet oder Problemen in der Energieversorgung, weil Russland Stromleitungen in der Ukraine angreift. Von der EU erhofft sich das Land besseren Schutz. Doch Russland will dies verhindern. Experten sprechen von einem hybriden Krieg, den das Land gegen Moldau führt. Von Stimmenkauf bis zu Desinformationskampagnen unternimmt der Kreml einiges, um…