00:03
ARD Sounds Ihr hört es. Es ist unfassbar, was gerade passiert ist. Die Menschen sind völlig aus dem Häuschen. Olympische Spiele 1960. Und ja, soeben hat der 100 Meter Lauf stattgefunden. Einer der Läufer atmet besonders schwer. Es ist der deutsche Armin Hari. Er hat gewonnen mit einer unglaublichen Zeit, damals schon 10,2 Sekunden auf 100 Meter. Doch anstatt seinen Sieg zu feiern, läuft er direkt wieder.
00:36
Aber nicht über die Tartanbahn, sondern in seine Kabine. Denn er muss seine Pumaschuhe ausziehen, mit denen er gerade schnellster geworden ist. Denn für die Siegerehrung müssen es welche von Adidas sein. Vertraglich ist das alles so geregelt und das alles nur wegen des Streits zweier Brüder.
01:01
Uh, Freundinnen und Freunde des Wissens, ich bin, ich sag's euch irgendwie aufgeregt, als wäre der Podcast selbst so ein kleiner 100 Meter Lauf und heute ist Nummer 99 dran, also ein Meter noch, dann haben wir das 100er Special, aber keine Sorge, danach geht keiner in seine Kabine und es ist irgendwie Schluss, sondern hier wird es ganz normal weiter gehen. Wir werden weiter laufen im wahrsten Sinne des Wortes und was braucht man dafür? Richtig, gute Schuhe. Um die geht's nämlich heute. Puma vs. Adidas, das Thema.
01:32
Und die Geschichte, Leute, die ist wirklich krass. Wir werden klären, wie zwei Brüder eigentlich gemeinsam eine Firma gründen, warum sie sich dann so sehr zerstreiten und daraus plötzlich zwei gewaltige Firmen entstehen, die heute jeder kennt. Viel Spaß dabei. Ihr hört Wissen mit Jonny.
01:55
Kapitel 1. Der gemeinsame Traum. Das hat irgendwie Urlaubsatmosphäre. Wir beginnen unsere heutige Folge im beschaulichen Herzogenaurach. Das ist eine ganz kleine deutsche Stadt in der Nähe von Nürnberg. Es ist auch noch sehr viel früher, als wir eigentlich gewohnt sind. Nicht von der Urzeit, sondern von der Jahreszeit. Wir sind nämlich exakt im Jahr 1900. 1900.
02:23
Und Herzogenaurach ist ein echt kleiner Ort. Nur etwa zwei... Moment, ganz kurz. Das ist irgendwie komisch. Was macht denn das Meeresrauschen hier? Das ist Quatsch. Moment, wir müssen das mal ganz kurz. Wir müssen hier die Natur austauschen. Ja, so klingt es hier. Nix mit Meer. Das ist Quatsch gewesen. Aber schöne Natur gibt es trotzdem. Wo waren wir stehen geblieben? Achso, ja, kleiner Ort, nur etwa 2600 Einwohner. Und, oh, Moment, ja, jetzt sind es 2601 Einwohner.
02:56
Vor dem Neugeborenen steht auch noch ein kleiner Junge, ein Zweijähriger. Sein Name ist Rudolf. Er schaut das Baby ziemlich skeptisch an. Das ist also sein neuer Bruder, Adolf, von allen Adi genannt. Und auch wenn sie hier noch ziemlich klein sind, die zwei Jungs aus Herzogenaurach werden die Welt so richtig verändern.
03:22
Und los geht ihre Reise so ein bisschen mit Papa Christoph, denn der arbeitet in einer Schuhfabrik. Das wird gleich sehr wichtig. Erst mal kommt aber das Jahr 1914, damit der Erste Weltkrieg. Und an den Jahreszahlen könnt ihr schon so ungefähr erkennen, okay, ja, die Jungs sind mittlerweile im Teenie-Alter. Rudolf, der ältere Bruder, wird dann sogar als Soldat eingezogen, weil er 1916 dann volljährig ist.
03:50
Adi ist noch zu jung. Während es also an unterschiedlichsten Orten Europas zu erbitterten Kämpfen kommt, macht er eine Bäckerlehre. Das muss man sich erst mal vorstellen. Was für eine schlimme Situation. Der eigene Bruder im Krieg. Es gibt damals kein Internet, kein Handy, kein gar nichts. Man hört also nichts von ihm. Und das nicht mal nur irgendwie 24 Stunden, sondern über Wochen und Monate. Er könnte jeden Tag fallen. Und trotzdem muss sich Adi auf sein eigenes Leben konzentrieren.
04:20
Dann 1918, endlich das Ende des Krieges. Und wie durch ein Wunder hat Rudolf all die Jahre an der Front überlebt. Doch die ganzen Jahre im Krieg haben ihm etwas genommen. Und zwar Zeit. Zeit in einem Leben, das genauso wie sein Bruder eigentlich ziemlich erfolgreich werden soll. Also wenn es nach den beiden geht. Sie wollen etwas Eigenes aufbauen.
04:46
Und da erinnern sie sich an den Beruf ihres Vaters. Schuhe. Schon immer sind sie begeistert von diesem Kleidungsstück. Und an der Stelle hat Adi eine revolutionäre Idee.
05:02
Von den beiden Brüdern ist er der deutlich Kreativere. Und immer wieder fällt ihm etwas auf, wenn er Sportler so beobachtet. Also Fußballer, Weitspringer, Sprinter. Sie alle tragen die gleichen Schuhe. Also nicht immer die genau gleiche Marke, aber die Schuhe sind extrem ähnlich. Obwohl man ja als Sportler komplett unterschiedliche Dinge von seinem Schuhwerk fordert. Er will daher etwas auf den Markt bringen, das es so noch nicht gibt.
05:32
Zugegeben, ganz neu ist der Gedanke, nicht einen Schuh auf den Markt zu bringen, der sich auf eine jeweilige Disziplin konzentriert, aber es ist einfach noch nicht sehr verbreitet damals. Also legt Adi los. Drei Jahre lang experimentiert er mit unterschiedlichsten Materialien, führt Gespräche mit Athletinnen und Athleten und Ende 1923, als auch sein großer Bruder Rudolf Zurück nach Herzogenaurach kehrt, der ist nach dem Krieg ein paar Jahre nach Frankfurt gegangen, ist das Ganze wirklich ein Glücksfall für Adi.
06:06
Denn Rudolf beginnt ihn zu unterstützen. Während Adi meist in der Kammer oder in der ehemaligen Waschküche der Mutter an neuen Modellen tüftelt, beginnt Rudolf damit neue Kunden zu gewinnen. Er pflegt Kontakte zu großen Firmen, zu Fabriken, kümmert sich einfach so um das ganze Geschäft. Und am 1. Juli 1924, wichtiges Jahr, gründen sie dann ganz offiziell die Gebrüder Dassler Sportschuhfabrik.
06:34
Also Dassler, muss man glaube ich noch kurz erklären, das ist der Nachname der beiden. Und ab diesem Zeitpunkt geht alles so richtig steil. Der Name verbreitet sich schnell. Große Fußballer beginnen ihre Schuhe zu tragen. Schnell ziehen sie aus der Waschküche aus in eine richtige Fabrik, stellen sogar zwölf Mitarbeitende ein. dann schaffen sie es sogar als Ausstatter zu den Olympischen Spielen 1928. Denn der deutsche Reichstrainer Josef Weitzer erkennt das Potenzial.
07:06
Er hat auch Verständnis dafür, dass Schuhe eben nicht nur Schuhe sind, sondern sie sind ein wesentlicher Bestandteil für den Erfolg eines Sportlers oder einer Sportlerin. Also schon mal ein Riesenerfolg für die beiden Brüder. Und der soll sogar nochmal getoppt werden. Und zwar acht Jahre später. Ebenfalls Olympische Spiele, dieses Mal 1936 in Berlin. Ihr erinnert euch vielleicht, das hatten wir schon ein-, zweimal als Thema hier im Podcast. Damals nutzen die Nationalsozialisten um Hitler die Spiele, um ihre sehr antisemitische und auch sonst sehr menschenfeindliche Propaganda an die Menschen zu bringen.
07:42
Also es sind ganz, ganz fürchterlich negativ inszenierte Spiele.
07:48
In ihnen gibt es auch kleinere Highlights sportlicher Natur. Zum Beispiel Jesse Owens. Das ist damals ein absolutes Ausnahmetalent, also ein afroamerikanischer Leichtathlet. Damals auch ganz schön verrückt, denn da sind die Sportler nicht einfach nur spezialisiert auf eine Disziplin. Also die machen dann nur 100 oder 200 Meter Lauf. Jesse Owens ist zum Beispiel auch Weitspringer. und tatsächlich gewinnt er über mehrere Disziplinen vier Goldmedaillen. Und was trägt er an seinen Füßen?
08:18
Ganz genau. Spezielle Spike-Schuhe der Gebrüder Dassler. Ey, ganz kurz, versuch das mal zehnmal hintereinander auszusprechen. Spezielle Spike-Schuhe. Großartig. Einer dieser speziellen Spike-Schuhe steht übrigens heute noch im Olympischen Museum in der Schweiz. Und das muss schon ganz schön was heißen. So besonders ist dieser Schuh. Und so kometenhaft also auch der Aufstieg von Rudolf und Adi. Doch hinter den Kulissen, da bröckelt die Beziehung sehr.
08:54
Kapitel 2 Als aus Brüdern Feinde werden Wenn wir verstehen wollen, was in den nächsten Jahren mit Adi, Rudolf und ihrer Fabrik passiert, müssen wir noch einmal ganz kurz drei Jahre zurückspulen. Also weg von den Olympischen Spielen 36 zum wohl wichtigsten Zeitpunkt dieser Folge. 1933. Es ist das Jahr, in dem Hitler an die Macht kommt und damit auch auf verheerende Weise Deutschland verändert und damit auch das Leben von Rudolf und Adi.
09:27
Auch die beiden treten nach großem öffentlichen Druck in die NSDAP ein. Das tun sie aus zwei Gründen. Erstens, naja, durch den Druck, weil das viele von ihnen erwarten und auf der anderen Seite natürlich auch aus wirtschaftlichen Gründen. Denn das NS-Regime betreibt damals eine massive Sportförderung vor allem für Jugendliche, um diese körperlich bereit zu machen für den späteren Kriegsdienst. Und irgendwer muss die ganzen Jugendlichen natürlich in den Sportvereinen ausstatten, also mit Schuhen und so weiter. Und da hilft es den Gebrüdern Dassler sehr, dass sie selbst in der NSDAP sind.
10:01
Als dann der Zweite Weltkrieg ausbricht, versinken erneut große Teile Europas im absoluten Chaos. Und an dieser Stelle passiert auch etwas sehr Entscheidendes für unsere Geschichte. Denn Erst wird Adi 1940 eingezogen, darf aber nach wenigen Monaten zurückkehren und danach dann auch im Jahr 1943, als die Nazis den totalen Krieg ausrufen, muss auch Rudolf an die Front. Dieser darf aber nicht zurückkehren, vor allem weil die Kriegsgeschehnisse mittlerweile sehr, sehr, sehr viel intensiver und auch ein Stück weit aussichtsloser für die Nationalsozialisten geworden sind.
10:36
Jetzt muss man sich vorstellen, wie sich Rudolf dabei damals fühlt. Er musste ja schon an die Front des Ersten Weltkriegs, jetzt erneut und das, während sein Bruder in Herzogenaurach ganz weit entfernt Monat für Monat weiter die Firma leitet. Tut er das so, wie es sich Rudolf vorstellt oder setzt er vielleicht Dinge um, die Rudolf verhindert hätte? All das sind Gedanken, die er im Kopf hat. In ihm entsteht eine Art Missgunst, ein Hass seinem Bruder gegenüber. Er glaubt sogar, dass Adi irgendwie im Hintergrund dafür gesorgt hat, dass er an die Front muss.
11:12
Rudolf verlangt daraufhin, über wichtige Schritte innerhalb der Firma informiert zu werden. Er möchte auch seine Frau Friedl als Vertreterin einsetzen. Doch Adi lehnt ab.
11:24
Es entsteht in dieser Zeit ein Zweikampf um die Firma, die übrigens im Jahr 1945, als der Krieg zu Ende geht, eigentlich zerstört werden sollte. Das heißt, an dieser Stelle wäre dann unsere Folge zu Ende. Doch als die Amis herausfinden, Dass in dieser Fabrik, also bei den Gebrüdern Dassler, dass dort die Schuhe hergestellt wurden, mit denen ihr Läufer Jesse Owens die vier Goldmedaillen 1936 holt, naja, da lassen sie dann die Fabrik doch stehen.
11:55
Mit Ende des Krieges kommt auch Rudolf zurück zur Firma. Er wird von den Amerikanern zunächst aber festgenommen, weil er eben für die Nationalsozialisten an der Front war. Er landet für ein Jahr hinter Gittern. Noch mal ein Jahr warten, nachdem er ja die ganze Zeit unbedingt zu seiner Firma zurückkehren wollte. Und natürlich vermutet er erneut, dass auch dafür wieder Adi verantwortlich sei. Es gibt bis heute keinen Beweis, aber trotzdem ist das Vertrauen zwischen den Brüdern an der Stelle endgültig zerstört.
12:27
Im Gefängnis schreibt Rudolf sogar vor Wut eine Erklärung an die Amerikaner, in der steht, dass Adi der alleinige Drahtzieher hinter der Rüstungsproduktion in der Fabrik gewesen sei. Also das muss man ganz kurz erklären. Während des Zweiten Weltkrieges, vor allem während der größten Hochphase ab 1943, haben die Gebrüder Dassler angefangen, auf natürlich Geheiß der Nationalsozialisten in ihrer Fabrik auch Munition und solche Sachen herzustellen. Und Rudolf wollte den Amerikanern eben sagen, hey, das war alles Addis Idee.
12:58
Und dieser gerät dabei auch massiv unter Druck, aber am Ende darf er die Fabrik behalten. Rudolf kehrt dann endlich zurück. Nach viereinhalb langen Jahren. Zurück in die Dassler-Villa, also wo er mit seiner Frau und auch Adi mit dessen Frau, wo alle unter einem Dach gemeinsam wohnen. Doch gesprochen wird miteinander kein Wort mehr. Auch wenn viele der Verdachtsmomente und der Vorwürfe, die sie gegeneinander haben, gar nicht der Wahrheit entsprechen, es ist trotzdem mittlerweile eine eiskalte Zeit.
13:32
Und im Jahr 1948 ziehen sie dann einen Schlussstrich. Nach fast 24 Jahren, die sie gemeinsam die Gebrüder Dassler Schuhfabrik geführt haben, wird diese aufgelöst. Doch das ist natürlich nicht das Ende unserer heutigen Geschichte. Ganz im Gegenteil, die beginnt jetzt erst. Denn die Brüder teilen danach penibel genau alles auf. Also Maschinen, Gebäude, Patente, Beschäftigte. Alles wird quasi mehr oder weniger 50-50 geteilt.
14:05
Und so entstehen aus einer Fabrik gleich zwei neue Schuhunternehmen. Die Namen sind damals auch schnell gewählt. Rudolf nennt seine Firma Ruder, kurz für Rudolf Dassler. Und Adi macht dasselbe, nur zwei Buchstaben mehr, weil... Ada hört sich irgendwie nicht cool an. Also macht er aus seinem Namen Adidasler ganz kurz Adidas. Das ist übrigens ein Prinzip, das es schon sehr, sehr lange gibt. Habt ihr vielleicht schon mal gehört. Nennt sich Akronym. In den 1920er Jahren entsteht so auch übrigens Haribo, weil gegründet von Hans Riegel aus Bonn.
14:41
Haribo. Ja, und so waren also nun zwei neue Schuhunternehmen geboren. Und das Ganze soll von diesem Moment an ein sehr verrücktes Rennen werden. Kapitel 3 Der Kampf um den Weltsport Vielleicht denkt ihr euch an der Stelle gerade, Johnny, Moment. Ja, Adidas, klar. Aber hä, ging es nicht um Puma vs. Adidas? Ruder habe ich ja noch nie gehört. Ja, Wissensfreunde, völlig richtig.
15:13
Schon wenige Monate nach Gründung entscheidet sich Rudolf dann doch um ... Ruder gibt ihm dann irgendwie doch nichts mehr. Er will etwas Sportlicheres, etwas Schnelleres. Ein Wort, das für Kraft, Dynamik und Geschmeidigkeit steht. So nennt er dann sein Unternehmen von Ruder in Puma um. Und das klingt ja auch noch einigermaßen ähnlich. So entstehen also zwei erbitterte Rivalen, die im Prinzip damals das gleiche Produkt rausbringen, also Sportschuhe, und direkt nebeneinander stehen, nur zwei Kilometer entfernt.
15:46
Und an der Stelle müssen wir jetzt immer mal wieder zwischen den beiden Unternehmen hin und her springen. Und da haben wir uns etwas überlegt und zwar zwei Soundeffekte, mit denen man so ein bisschen schneller zuordnen kann, wo wir gerade sind. Also wenn es ab jetzt um Adidas geht, dann hört ihr diese drei Ticks hier.
16:02
Drei Ticks wegen drei Striche, ihr checkt. Und bei Puma gibt es natürlich ein... Ups, falsche Tiertaste, sorry. Bei Puma ist es, Überraschung, ein Puma. Genau. Leicht ist der Neustart für beide Firmen aber absolut nicht. Deutschland ist nach dem Zweiten Weltkrieg arm. Es fehlt an Arbeitskräften sowie an Material. Vor allem Leder ist sehr knapp. Aber den Brüdern helfen ihre jeweiligen Kontakte, vor allem zu Sportlern, sehr.
16:33
1954, kleiner Zeitsprung, steht Adidasler, ihr habt die drei Ticks gehört, wir sind bei Adidas, beim WM-Finale in Bern. Deutschland tritt an gegen den damals übermächtigen Titelfavoriten Ungarn.
16:47
Doch die Deutschen haben ein Ass im Ärmel. Oder besser gesagt, ein Ass am Fuß. Denn kurz vor dem Finale fängt es plötzlich an zu regnen. Das ist der Moment, auf den Adi nur gewartet hat. Denn an den Füßen der deutschen Spieler befinden sich seine ganz neuen Adidas-Schuhe mit, Achtung, austauschbaren Schraubstollen.
17:13
Schraubstollen, das sind die Dinger, die unter so einem Fußballschuh sind. Wie so, naja, wie nennt man das so? Nupsis, würde man glaube ich im Fachjargon sagen. Und die können jetzt bei diesen Schuhen rausgenommen, also rausgeschraubt werden. Und dann kann man andere einsetzen. Das ist total smart und revolutionär im Fußball. Also man kann jetzt beim Regen längere nehmen, damit man einen besseren Grip auf dem nassen Rasen hat. Und der Plan, der geht auf. Deutschland kann im Finale plötzlich mit Ungarn mithalten. Lange Zeit. steht das Spiel unentschieden.
17:43
Und dann passiert etwas, das, glaube ich, sehr, sehr viele von uns schon mal gehört haben. Und zwar folgendes.
17:49
Kopfball abgewehrt aus dem Hintergrund mit Ranschießen. Ranschießt! Tor! Tor!
17:58
Yes! Deutschland wird tatsächlich 1954 Weltmeister. Das erste Mal in der Geschichte des Landes. Und Adidas drei Streifen sind mittendrin. Das ist der wahrscheinlich bis dato größte Erfolg des Unternehmens. Adidas wirbt danach sogar, dass sie, Zitat, die besten Sportschuhe der Welt seien. Weil sie sind ja gerade Weltmeister geworden. Und Wie man es sich vorstellen kann bei so einem Streit zwischen Brüdern, gefällt das Rudolf so gar nicht. Er zieht vor Gericht, denn er sagt, der Slogan ist unzulässig, also man darf sowas nicht sagen.
18:31
Und der Richter gibt ihm sogar Recht.
18:35
Generell lässt sich Puma damals vom Adidas-Erfolg nicht abhängen. Das Unternehmen findet auch großen Anklang in der Fußballwelt. Puma stattet beispielsweise den damals übergroßen brasilianischen Star Eusebio aus. In Herzogenaurach kommt es daher immer mehr zur Spaltung. Und nicht nur zwischen Adi und Rudolf, sondern alle Menschen eigentlich in dem immer bisschen größer werdenden Ort. Denn wer bei Adidas arbeitet, der besucht andere Kneipen als die Puma-Leute. Selbst die örtlichen Fußballvereine, die stehen für unterschiedliche Lager.
19:09
Beide Unternehmen erobern also die Welt und spalten eine Kleinstadt. Ende der 1960er Jahre kommt es dann so ein bisschen zum Generationenwechsel. Rudolf und Adi sind mittlerweile relativ alt. Ihre Söhne übernehmen immer mehr Verantwortung in den Firmen. Und der Streit der Väter wird leider auch auf die nächste Generation übertragen. Und Der Streit ist mittlerweile ein so unfassbar erbittert geführter. Es geht um den Titel als Sportschuhmarke Nummer 1.
19:40
Wie hart dieser Streit geführt wird, zeigt ein für mich extrem spannendes Beispiel, was ich vorher noch nie gehört habe. WM 1974. Es geht um den niederländischen Star-Fußballer Johann Kreuf. Und er hat eigentlich einen Vertrag mit Puma. Also immer, wenn er irgendwo auftritt, dann hat er Puma-Sachen an. Jetzt kommt es aber zum großen Problem, denn die niederländische Nationalmannschaft, die wiederum wird von Adidas ausgerüstet. Also lässt Puma einen der drei Streifen auf Cruyffs Trikot entfernen.
20:10
Einfach so als Zeichen gegen Adidas. Kapitän Cruyff spielt mit zwei Streifen. Und ihr merkt schon, wenn solche Sachen passieren, die ja eigentlich niemandem irgendwie sowas richtig bringen, die sollen ja nur an der Stelle Adidas schaden, dann merkt ihr, wir spitzen uns hier schon ganz schön gewaltig zu. Kapitel 4 Die plötzliche dritte Gefahr Man sagt ja so oft, wenn sich zwei streiten und dann auch noch so extrem, dann freut sich irgendwann der oder die Dritte.
20:44
Nun kann man, wie man jetzt schon gemerkt hat, zwischen Adidas und Puma, zwischen den Dassler-Brüdern und deren Söhnen mittlerweile nicht mehr von einem kleinen Streit sprechen. Das weiß auch später Gerd Dassler, der Sohn von Rudolf. Er beschreibt das damalige Verhältnis zwischen seinem Vater und seinem Onkel Adi so.
21:02
Wir haben davon gesprochen, dass zwei Brüder sich nicht hassen.
21:06
sollten. Aber ich kann es nicht anders als Hass bezeichnen.
21:12
1974, also in dem Jahr, wo alles rund um Kreuf passiert, soll sich dann aber alles ändern. Denn bei Puma ist plötzlich ein Büro leer. Das von Rudolf. Er ist schwer krank. Lungenkrebs. Und an seinem Sterbebett hat er sowas wie einen letzten Wunsch. Das weiß auch Georg Hetzler. Das ist ein langjähriger Mitarbeiter von Rudolf. Der erinnert sich viele Jahre später daran.
21:37
Ich weiß, dass unser Chef am Sterbebett verlangt hat, dass sein Bruder kommen möchte. Und er ist nicht gekommen.
21:47
Das muss man sich mal vorstellen. Der Hass ist damals zwischen zwei Brüdern so groß, dass der eine nicht zu dem sterbenden anderen kommt, um ihm Lebewohl zu sagen. Das ist echt krass. Und auch vier Jahre später verstirbt dann Adi selbst. Seit seinem Tod wird bei Adidas übrigens der Titel Chef nicht mehr vergeben. Es soll eine Art Respektzollung vor dem sein, was Adi geleistet hat. Beide werden danach übrigens auf dem Friedhof Herzogenaurach bestattet und, ihr ahnt es, man hat extra die zwei am weitesten voneinander entfernten Gräber genommen.
22:26
Der Kampf um den Thron geht danach natürlich ungebremst weiter. 1986 wird der Argentinier Diego Maradona in den Puma King Schuhen Weltmeister. Genauso wie vier Jahre später Deutschlands Lothar Mateus. Also man kann sagen, Puma beginnt richtig Boden gut zu machen, auch weil sie technisch sehr weit sind. Sie verbauen als eine der ersten großen Firmen Computerchips in ihre Schuhe, um zum Beispiel Laufdaten von Fußballern auswerten zu können. Doch natürlich gibt auch Adidas parallel Vollgas.
22:56
In den 80ern kommt der Copa Munial raus. Ist spanisch und heißt Weltmeisterschaft. Und er wird zum meistverkauften Fußballschuh in der Geschichte der Menschheit. Der besteht damals übrigens zu 100% aus Känguru-Leder.
23:11
Auch irgendwie, naja.
23:14
Es ist ein fortlaufender Kampf zwischen den beiden Brüdern um die Eins. Doch dann beginnt etwas, das sie so nicht erwartet haben. Ende der 80er Jahre. Wir hören es hier schon im Hintergrund. Das ist der allererste Werbespot von Nike, wo sie mit dem Slogan Just Do It werben. Ich glaube, den kennt heute wirklich jeder. Und es ist ein sehr, sehr prägnanter Zeitpunkt. Denn ungefähr in dieser Zeit, Damals waren alle Unternehmen noch nicht börsennotiert.
23:45
Das heißt, man konnte es noch nicht so ganz genau sagen. Aber ungefähr in dieser Zeit überholt Nike die beiden anderen Unternehmen. Der Spot selbst ist übrigens super sweet. Man sieht einen 80-Jährigen, wie er über die Golden Gate Bridge in San Francisco läuft. Er sagt, dass er jeden Tag 17 Meilen macht. Am Ende eben das Nike-Zeichen, der Swoosh und der Slogan Just Do It. Und von da an überrennt die Firma im wahrsten Sinne des Wortes Puma und Adidas. Vor allem, weil sie großen Zugang zum US-amerikanischen und zum chinesischen Markt finden.
24:18
Also unzählige Konsumentinnen und Konsumenten. Doch für unsere Folge hier soll es ja um Puma vs. Adidas gehen. In den 80er, 90ern und auch Anfang der 2000er Jahre macht Puma richtig Boden gut. Die Frage lautet also, kann das Unternehmen Adidas dann doch noch überholen? Kapitel 5. Nein.
24:42
Also, ich wollte es jetzt an der Stelle nicht unnötig spannend machen. Das machen wir ja in ganz vielen Folgen sowieso schon. Aber so richtig wird es das auch nie. Besonders gut kann man das dann an den Marktwerten der beiden Unternehmen erkennen. In den 2000ern sind beide an der Börse, also haben jeweils eigene Aktien. Und da fällt dann schon relativ klar auf, dass da ein Unterschied entsteht. Im Jahr 2006, also als sie im Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland ist, da ist Adidas ungefähr 8 und Puma ungefähr 5 Milliarden Euro wert.
25:15
Das klingt jetzt erstmal nicht wie ein uneinholbarer Vorsprung, aber heute, also gut 20 Jahre später, sieht es ganz anders aus. Adidas hat im September 2026 passenderweise 26 Milliarden Euro Börsenwert, also den eigenen Wert mehr als verdreifacht. Und Pumas Wert, der ist sogar gefallen. Sie sind ungefähr nur noch bei so drei Milliarden Euro. Aber wie konnte das passieren?
25:40
Zunächst bleibt Puma eigentlich sehr erfolgreich. Usain Bolt, das wird euch vielleicht mal was gesagt haben, der sprintet 2008 in seinen goldenen Puma-Spikeschuhen auf Platz 1. 2009 macht er sogar etwas, das bis heute niemand unterboten hat. Er läuft die 100 Meter in 9,58 Sekunden. Weltrekord wieder in Puma-Schuhen. Dazu gewinnt die Firma auch noch ziemlich krasse Markenbotschafter, also Stars, die ganz bewusst sagen, das hier ist meine Lieblingsbrand. Zum Beispiel, ja, Rihanna.
26:12
Sie bringt sogar mit Puma eine eigene Sneaker-Kollektion raus. Doch unter der Oberfläche wächst damals ein großes Problem bei der Marke. Denn Puma verkauft zwar viel, verdient daran aber zu wenig Geld. Also die Kosten sind einfach nicht. Zu groß und das liegt daran, dass sich so ein bisschen das Segment geändert hat. Also sie waren ja lange so ein High-Class-Produkt, ganz Premium und irgendwie über die Zeit haben sie sich dann immer mehr so in Richtung Mittelklasse orientiert. Ganz anders als Adidas.
26:45
Sie bleiben weiterhin High Class, bringen neben Sportschuhen mittlerweile auch extrem erfolgreiche Alltagsmode auf den Markt. Dazu große Kooperationen mit gewaltigen Stars. Zum Beispiel mit Kanye West, dessen Adidas-Schuhe namens Yeezys, habt ihr bestimmt schon mal gehört, werden mehrere Jahre in Folge die meistgefragten Schuhe der Welt. Teils sind sie über mehrere Monate in manchen Ländern jahrelang ausverkauft.
27:12
Gut, dann muss man zur Wahrheit natürlich auch dazu sagen, dass Kanye West dann spätestens ab 2022 irgendwie völlig durchdreht, antisemitische Songs und Kommentare verbreitet. Adidas stoppt daraufhin den Verkauf der Yeezys und das ist damals ziemlich krass. Das ist ja so ungefähr in der Zeit, wo auch dann der Russland-Ukraine-Krieg losgeht. Dazu gab es vorher Corona. Plötzlich macht das Unternehmen Verlust und muss aufpassen, dass sie nicht pleite gehen.
27:38
Sie fangen sich in den letzten Jahren und sind mittlerweile an einem Punkt, wo man sie eigentlich nicht mehr verdrängen kann. Von Platz 2. Denn ihr Marktwert ist ungefähr nur die Hälfte von Nike. Also die haben nochmal ganz anders Gas gegeben. Dennoch ist Puma mittlerweile sehr, sehr weit abgehängt. Es ist eine spannende Geschichte, eine sehr komplexe Geschichte. Die der Gebrüder Dassler. Und hätten sie sich nicht gestritten, dann, so sind sich viele Expertinnen und Experten einig, könnten sie vielleicht sogar auf Platz 1 stehen.
28:13
Und das sollte eine Lehre für uns alle sein. Zusammenfassung Die 2600 Einwohner des kleinen deutschen Ortes Herzogenaurach haben Ende des 19. Jahrhunderts überhaupt keine Ahnung, wie sehr zwei kleine Jungs aus ihrem Ort von hier aus die Welt verändern werden. Adi und Rudolf, sie gründen zunächst 1924 eine gemeinsame Schuhfabrik. Spätestens als sie dann Olympiasieger und Siegerinnen ausstatten, werden ihre Schuhe weltweit bekannt. Dann folgt die dunkle NS-Zeit, die die Brüder für immer spalten soll.
28:47
Rudolf kommt an die Front, Adi leitet als Kreativer die Geschehnisse in Herzogenaurach weiter. So entsteht Misstrauen und aus diesem wachsen dann Wut, Vorwürfe und Hass. 1948 trennen sich die Brüder dann endgültig und starten jeweils neu. Rudolf gründet erst Ruda, dann wird daraus Puma und Adi macht Adidas groß. Von da liefern sich beide Marken jahrzehntelang einen erbitterten Wettkampf. Eine Zeit lang wirkt es sogar, als könne Puma mithalten.
29:18
Doch schlussendlich wird Adidas die sehr viel wertvollere Marke. Rudolf und Adi sind zu diesem Zeitpunkt schon von uns gegangen. Erst leiten ihre Kinder, dann unterschiedlichste Unternehmer die Firmen. Eine Geschichte ist dabei besonders kurios. Und zwar geht es um Björn Gulden. Er ist heute der CEO, also der oberste Geschäftsführer von Adidas. Vorher war er aber fast zehn Jahre lang der Chef von Puma. Also alles ganz schön verworren. Wie viel Kraft und Potenzial der Streit gekostet hat, zeigt dann auch Nike.
29:51
Denn mehr als 50 Jahre später wird die Marke gegründet, überholt, aber beide Unternehmen in Rekordzeiten. Heute sind sie mehr als doppelt so viel wert wie Adidas und Achtung, mehr als 14 Mal so viel wie Puma.
30:09
Nein, heute mache ich es nicht. Kein. Weil irgendwie ist das seit langem mal wieder keine krass düstere Geschichte. Also ja, total traurig, dass sich die beiden Brüder so zerstritten haben, aber es ist eben am Ende doch ganz schön viel Erfolg auch damit einhergegangen und ganz schön viele Menschen, deren Leben positiv verändert wurde, sagen auch viele Sportlerinnen und Sportler.
30:34
Dennoch wird es natürlich auch hier, weil sich jetzt schon wieder auch sehr dunkle Storys geben und ich will an der Stelle nur erklären, die habe ich auch sehr gern. Aber so eine Abwechslung, die macht Spaß. Vielleicht Folge 101 wieder düster, vielleicht auch nicht. Ihr werdet es in der Hand haben. Vorher werde ich euch in Folge 100 meine Lebensgeschichte erzählen, also nächste Woche, da freue ich mich schon sehr drauf. Und nochmal vorher, also ziemlich genau jetzt. beantworten wir alle Fragen zum Goiania-Unfall, die ihr uns geschickt habt. Da kam wirklich unfassbar viel. Also ich sag euch ja immer wieder, wir lesen jede E-Mail, jeden Kommentar, jede Instagram-Nachricht und das macht auch sehr viel Spaß.
31:09
Und jetzt kam mal besonders viel. Wir mussten echt sortieren. Frage Nummer 1 ist von Benno. Wie wird so ein verseuchtes Haus eigentlich gereinigt, also wenn es nicht abgerissen werden muss? Und ja, sehr gute Frage. Erst mal kommen Fachleute und die beginnen dann zu messen, welche Stellen genau radioaktiv belastet sind. Wenn dann Grenzwerte überschritten werden, muss abgerissen werden. Und wenn nicht, dann wird mit ganz speziellen, kein Witz, Staubsaugern und anderen Reinigungsverfahren das alles behandelt. Also Böden, Wände, Dächer.
31:40
wird man gucken, ob danach der Wert unter den Grenzwert fällt, also ob man quasi so geringe Belastung vorfindet, dass man erstmal das Haus für ein paar Jahre so stehen lassen kann und dann können Menschen vielleicht sogar irgendwann zurückziehen, wie es ja auch zum Beispiel rund um Fukushima immer wieder passiert und ansonsten muss eben abgerissen werden.
31:59
Frage 2 kommt von einem herrlichen Namen und zwar von den unbegabten Begabten. Johnny, sind die Gründer der Privatklinik nicht in Revision gegangen, weil sie mussten ja durch den Räumungsstopp alles zurücklassen, auch das Gerät? Und ja, völlig richtig, auch juristisch sehr bewanderte Frage. Die Klinikbetreiber legen tatsächlich Revision, also Rechtsmittel ein und verweisen darauf, dass ja natürlich beim Abholen der Geräte die Polizei gesagt hat, nee, nee, jetzt müsst ihr erst mal Das große Problem in dem Moment ist aber, dass sie eine Pflicht gehabt hätten, der CNN, das ist die Atomaufsichtsbehörde, Bescheid zu sagen.
32:36
Als zu sagen, hey, da ist noch eine extrem gefährliche Anlage drin. Das machen sie damals nicht und so werden sie mitverantwortlich für alles, was danach in Guyana passiert.
32:47
Frage 3 kam von wirklich vielen Leuten, unter anderem von Jule und von Elifidelius. Das klingt wie eine seltene Blume in den Alpen. Beide oder alle wollten wissen, warum man das Gerät nicht danach irgendwann noch abgeholt hat. Also man hatte ja zwei Jahre Zeit, zwei Jahre stand das Grundstück ja leer. Und tatsächlich ist es eine extrem gute Frage, die heute keiner beantworten kann. Es will niemand eine Auskunft geben, also von den Verantwortlichen der Klinik. Es gibt auch irgendwie keinen guten Grund, das alles da stehen zu lassen.
33:20
Vor allem, weil das Cesium ja auch, wie man sich vielleicht denken kann, einiges an Geld wert ist. Dennoch kommt es nie dazu, dass das Gerät abgeholt wird. Wie gesagt, kann man bis heute nicht sagen, warum. Frage 4 ist von Ilvi. Johnny, wenn ja so viele Menschen verstrahlt waren, war es dann nicht irgendwie blöd, die alle in einem Stadion zu versammeln? Weil so konnte das ja alles übertragen werden, oder? Und ja, beziehungsweise ja doch, ja ist schon die richtige Antwort. Also es ist eine sehr gute Frage. Da gibt es nur so ein kleines Problem. Und zwar ist Radioaktivität im Regelfall eigentlich nicht möglich.
33:55
von Mensch zu Mensch übertragbar. Das geht eigentlich wirklich nur dann, wenn man zum Beispiel kontaminierte Kleidung auch selbst berührt oder eben sich an den Tisch setzt, wo vorher Cäsium auch rumlag. Dass das eine sehr spezielle Variante ist, die teilweise auch dann über den Atem und sowas weitergegeben werden konnte, das wusste man damals nicht und man muss auch dazu sagen, das passiert nur bei längerem Aufenthalt, also wenn man wirklich nur sehr dicht mit einer Person zusammengesessen ist. Deswegen denken Expertinnen und Experten heute auch, dass diese Kontaminierungsuntersuchung in diesem Stadion nicht für extrem viele weitere Fälle gesorgt hat.
34:29
Und die letzte Frage für heute ist von Clara. Wie bekommt man eigentlich das Cesium-137 in diese Kapsel? Es ist ja hoch radioaktiv und gefährlich. Also wie passiert das? Ist auch wirklich eine überragend gute Frage. haben wir uns dann auch einmal ein bisschen genauer eingelesen. Und die Antwort ist dann doch einigermaßen simpel. Und zwar Roboter. Also es gibt keinen Menschen, der irgendwie sich da jetzt hinsetzt und das Cesiumchlorid nimmt und sagt, ja, dann geht's mir halt danach nicht gut. Sondern das sind abgeriegelte Räume mit meterdicken Wänden aus Beton.
35:03
Und da sind dann Roboterarme, die die exakt dosierte Menge des Cesiumchloridpulvers dann in das Innere der Kapsel verfrachten. Also für die Menschen nicht. Sicher. Und damit sind wir erneut zum 99. Mal am Ende einer Folge angekommen. Nächste Woche dann Special Special, sowas wie der Wissen mit Johnny Geburtstag. Ich sag euch ehrlich, ich bin jetzt schon aufgeregt. Ich meine das wirklich ernst. Ich weiß noch nicht ganz genau, wie ich euch von meinem Lebensweg erzählen werde, aber ich freue mich, das in den nächsten sieben Tagen herauszufinden.
35:36
Wir hören uns im wahrsten Sinne nächste Woche wieder. Bis dahin ganz viel Liebe für euch alle. Vielen Dank für diesen unglaublichen Support auf dieser verrückten Wissensreise. Eure ganzen Kommentare, die ganze Liebe. Danke, danke, danke. Also bis Sonntag und für weniger Wissen entfolgt uns.
35:58
Ah, ja, ich habe so ein bisschen gelogen. Bis Sonntag sage ich gleich nochmal jetzt erstmal noch eine kleine Empfehlung. Habe ich auch wieder länger nicht gemacht. Und zwar geht es um ein Land, das mir so sehr ans Herz gewachsen ist. Der eine oder andere oder die eine oder andere von euch hat wahrscheinlich schon meine Folge dazu gehört zu Japan. Ich war ja in Tokio. Was ganz viele aber nicht wissen ist, Anfang des 18. Jahrhunderts hieß Tokio noch ganz anders, nämlich Japan. Edo war damals schon eine wimmelnde Metropole, größte Stadt der Welt. Auf den Hügeln lebte der Shogun mit seinen Samurai.
36:29
Es war schon echt immer was ganz, ganz anderes. Und genau davon wird erzählt im Podcast Edo, die größte Stadt der Welt. Da nimmt euch die Journalistin Jenny von Sperber mit nach. Nach Tokio oder nach Edo, in das frühere und auch in das heutige. Sie erzählt euch, wie der damalige Alltag aussieht. Sie kennt wirklich beeindruckende Fakten. Ich habe schon reingehört, mir hat es ganz viel Spaß gemacht. Es gibt auch Ausflugstipps, also das macht richtig Spaß. In Edo, die größte Stadt der Welt, Tokio im 18. Jahrhundert.
36:59
So heißt das Ganze, findet ihr bei Radiowissen in ARD Sounds. Und natürlich packen wir euch wie immer einen Link in die Shownotes. So, jetzt aber wirklich bis bald. Sonntag.